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Podcast / conversationIdeenExpo· 18 octobre 2024 21 minComplaisantFond programmatiqueTravail & emploiÉducation & rechercheÉconomie & entreprises

Christine Marin: Wir brauchen mehr Flexibilität in der Berufsausbildung

Source d'origine 2 locuteurs

Transcription Whisper (large-v3), avec identification des locuteurs. À recouper avec la source d'origine.

Analyse automatique

Générée par IA — peut contenir des erreurs. Méthodologie

Chapitres

Répartition du ton (temps de parole politique)

Propositif 95 %Attaque 3 %Défensif 2 %

Questions et réponses

Taux de réponse directe : 94 % (directe = 1, partielle = 0,5, éludée = 0)

  • 1:26OuverteRéponse directe

    Feuerverzinkung, was ist das überhaupt und warum wird das gemacht?

  • 2:29OuverteRéponse directe

    Wie groß ist denn die Branche in Deutschland?

  • 4:52OuverteRéponse directe

    Gibt es denn auch so etwas Spezialisiertes für Sie? Haben Sie die Ausbildung Feuerverzinker?

  • 5:56OuverteRéponse directe

    Was ist die Fachkraft Feuerverzinken? Wie funktioniert das in der Ausbildung?

  • 7:59RelanceRéponse partielle

    Wo ist die Anerkennung? Warum lernen die keine Geschichte und kein Englisch?

  • 11:04OuverteRéponse directe

    Wie optimistisch sind Sie denn jetzt noch so im Moment?

Affirmations vérifiables (citations exactes)

  • 2:41InvitéChiffre
    « In der Branche arbeiten etwas mehr als 5000 Mitarbeitern und wir haben etwa knapp 150 Unternehmen in Deutschland. »
  • 3:39InvitéChiffre
    « 19.000 Schrauben sind in einem Windrad drin. »
  • 4:20InvitéChiffre
    « Wir beschäftigen 3.000 Mitarbeitern international. Und in Deutschland betreiben wir 16 Standorte. »
  • 6:10InvitéFait
    « Wir haben das auf ein Jahr begrenzt, das Ganze. Und alles on the job. »
  • 10:01PrésentateurChiffre
    « Wir können es uns nicht leisten, dass in Deutschland 2,7 Millionen Menschen zwischen 20 und 34 ohne berufliche Qualifikation im Land aktiv sind. »
  • 13:49InvitéFait
    « Für uns ist wichtig, dass die Mitarbeiter den kompletten Prozess beherrschen. »

Temps de parole

  • Invité61 %
  • Invité 228 %
  • ?5 %
  • Présentateur5 %

≈ 49,2 interruptions / 10 min (chevauchements et interjections détectés).

Modèle mistral-small-latest · prompt v1 · les citations sont vérifiées mot pour mot dans le transcript ; le taux de réponse directe est calculé à partir des verdicts question par question. Aucun label idéologique n'est produit.

0:00
Invité

Pour nous est important, que les Français ont le complet processus. Il y a des normes que je dois le

0:05
Locuteur

faire,

0:06
Invité

il faut que je

0:06
Locuteur

dois

0:06
Invité

reconnaître. Sont-ils sont-ils

0:08
Locuteur

peut

0:08
Invité

-être munter avec le Flex et ne prend le tout le zinck de l

0:11
Locuteur

'air,

0:12
Invité

que le mûl vôtre a pris, alors on

0:15
Locuteur

a

0:15
Invité

l'air

0:15
Locuteur

du

0:15
Invité

l'air

0:16
Locuteur

du

0:16
Invité

l

0:16
Locuteur

'air. Et après le client

0:16
Invité

a un problème. Cours de

0:19
Locuteur

l'air

0:19
Invité

d'inclos

0:20
Locuteur

à la fin

0:20
Invité

ici au Ideen Expo. Aujourd'hui c'est Christine Marien.

0:25
Locuteur

Elle

0:25
Invité

est le

0:25
Locuteur

chef

0:25
Invité

de

0:25
Locuteur

l

0:25
Invité

'air de l'OpF-Gruppe. Et nous parlons avec une une étude en cours

0:30
Locuteur

de l

0:30
Invité

'économie, la l'économie,

0:31
Locuteur

la l'économie,

0:31
Invité

la l'économie. L'économie, c'est-à

0:33
Locuteur

-dire

0:33
Invité

que nous avons encore une économie. Nous avons

0:37
Locuteur

besoin

0:37
Invité

d

0:38
Locuteur

'économie pour

0:38
Invité

une économie, parce qu

0:40
Locuteur

'elle

0:40
Invité

peut faire des économies en cours de

0:42
Locuteur

l

0:42
Invité

'économie. Pour une

0:43
Locuteur

économie, il

0:43
Invité

peut aussi beaucoup d'économie, qui

0:44
Locuteur

peut faire un économie pour un économie.

0:44
Invité

C

0:45
Locuteur

'est

0:45
Invité

-à

0:45
Locuteur

-dire

0:45
Invité

que

0:45
Locuteur

le président

0:45
Invité

du Didacta-Soupier.

0:47
Présentateur

Nous ne pouvons pas le permettre de l'économie,

0:49
Locuteur

que 2

0:49
Présentateur

,7 Mio. de l'économie, qui sont entre 20 et 34, qui ne sont pas de qualifiant, qui

0:55
Locuteur

sont en

0:55
Présentateur

place

0:55
Locuteur

dans le

0:55
Présentateur

pays, Et

1:02
Invité

donc bohren Christine Marien et l'Industrieverband Feuerverzinken gerade dix bretter. Wie sie das machen, das hören wir jetzt. Mein Name ist Martin Brüning und hier startet der Ideen Expo Podcast Nr. 18. Wir sind im Studio B von Radio Hannover und bei uns zu Gast ist heute Christine Marien.

1:20
Locuteur

Sie

1:20
Invité

ist Geschäftsführerin der Kopfgruppe und da wird Feuer verzinkt. Herzlich willkommen. Sehr gerne. Ich freue mich, dass ich hier sein darf. Wir müssen als erstes jetzt mal klären, Frau Marien, Feuerverzinkung, was ist das überhaupt und warum wird das gemacht? Feuerverzinkung ist ganz wichtig, weil wenn Stahl

1:37
Locuteur

an

1:38
Invité

die Luft kommt, dann rostet der und Feuerverzinkung schützt den Stahl vor Rost und macht ihn unendlich lange haltbar. Gibt es so Beispiele, wo Sie sagen können, du hast Teile in der Hand, die sind feuerverzinkt, aber du weißt es gar nicht?

1:52
Locuteur

Ich

1:53
Invité

glaube, dass jeder jeden Tag an feuerverzinkten Teile vorbeiführt, ohne das wirklich zu merken. Das ist das Parkhaus, in dem wir gerade waren. Da hat es ganz sicher Stahlträger drin, die feuerverzinkt sind. Geländer hat dort auch feuerverzinkt.

2:07
Locuteur

Die

2:07
Invité

Laterne draußen, die nachts den Weg leuchtet, die ist feuerverzinkt.

2:12
Locuteur

Und ja, es

2:13
Invité

gibt ganz viele Teile, von klein bis groß, von Schrauben bis große Träger,

2:18
Locuteur

die

2:18
Invité

tatsächlich feuerverzinkt sind. Da sind wir sehr dankbar, gerade beim Parkhaus, dann können wir auch wieder rausfahren. Ja,

2:24
Locuteur

genau. Und es steht ewig, also das

2:25
Invité

verändert zusammen. Das ist für unser Auto sehr gut. Jetzt lassen Sie uns mal kurz nochmal auf die Branche gucken. Der Industrieverband Feuerverzinken fasst da ja auch ganz viele Unternehmen zusammen, ist dabei bei der Ideen Expo, worüber wir uns sehr freuen. Wie groß ist denn die Branche in Deutschland?

2:41
Locuteur

In

2:42
Invité

der Branche arbeiten etwas mehr als 5000 Mitarbeitern und wir haben etwa knapp 150 Unternehmen in Deutschland.

2:51
Locuteur

Das ist nicht so

2:52
Invité

groß, aber trotzdem sehr wirtschaftsstark und eigentlich auch ein starker Arbeitgeber. Manchmal aber so ein bisschen unterm Radar wahrscheinlich, weil die Kopfzahl dann auf einmal eine Rolle spielt. Genau. Wir sind klein und eine kleine Branche und laufen wirklich völlig unterm Radar in verschiedenen Dingen. Deshalb versuchen wir da sehr aktiv zu sein, um auf uns aufmerksam zu machen. Wir sind eine wichtige Branche, eine nachhaltige Branche. Schon allein, das Sink ist nachhaltig

3:20
Locuteur

an

3:21
Invité

sich. Wir tragen dazu bei, die ganze Transformationsprozess, dass die Schrauben für die Windräder, raten Sie mal, wie viele Schrauben

3:28
Locuteur

vollverzinkt in

3:29
Invité

einem Windrad stecken. Also vier stelle ich auf jeden Fall, würde ich sagen.

3:33
Locuteur

Ach,

3:33
Invité

mindestens, ne?

3:34
Locuteur

Legen

3:35
Invité

wir noch eins

3:36
Locuteur

drauf. Oh, noch eins drauf. Ach, echt? 20

3:38
Invité

.000? Ganz super. 19.000 Schrauben sind in einem Windrad drin.

3:42
Locuteur

Das

3:42
Invité

ist echt viel. Und das heißt, zum Windräder bauen braucht man diese Industrie.

3:47
Locuteur

Und

3:47
Invité

am besten, wir haben sie doch vor Ort und wir kaufen die ganzen Produkte nicht von irgendwoher ein. Und

3:53
Locuteur

deshalb

3:53
Invité

auch die Arbeitsplätze an diesen Stellen. Ja. Und Sie sind auch wirklich bundesweit tätig, muss man auch einfach mal sagen. Sie sind zu uns gefahren nach Baden-Württemberg, haben aber auch ein Werk in Braunschweig. Ich war schon mal in einer Verzinkerei in NRW. Das heißt, es gibt in Deutschland, auch wenn es in der Kopfzahl oft nicht so große Betriebe sind, aber Sie sind auch schon viel verteilt in doch mehreren Bundesländern einfach auch.

4:15
Locuteur

Also

4:15
Invité

wir aus der Kopfgruppe, wir sind international an 50 Standorten. Wir beschäftigen 3.000 Mitarbeitern international.

4:23
Locuteur

Und

4:23
Invité

in Deutschland betreiben wir 16 Standorte. Warum eigentlich so viele Standorte? Weil wir sehr regional tätig sind. Also die Kunden sind vor Ort. Die bringen das vorher verzinkte Material oder wir holen das.

4:37
Locuteur

Wir

4:38
Invité

verzinken das und liefern es wieder auf die Baustelle. Wir sind reine Dienstleister.

4:41
Locuteur

Wir

4:42
Invité

sind die Letzten, bevor es dann verbaut wird. Und das sind die Transporte, lohnen sich nicht allzu weit zu fahren.

4:48
Locuteur

Hat

4:48
Invité

ja auch aus CO2-Gründen absolut seine Berechtigung.

4:51
Locuteur

Absolut.

4:52
Invité

Wir wollen ja heute ein bisschen über das Thema Ausbildung sprechen.

4:55
Locuteur

Da

4:55
Invité

fragt man sich dann jetzt ganz schnell, wenn ich eine sehr spezialisierte Branche habe und das Thema Ausbildung betrachte, gibt es denn auch so etwas Spezialisiertes für Sie? Haben Sie die Ausbildung Feuerverzinker, wo ein Mitarbeitender am Ende in Ihrem Unternehmen anfangen kann? Ja, wir haben ja gerade schon festgestellt, das ist eine ganz kleine Branche. Und da tun wir uns sehr schwer. Es gab dann so ein Kombiberufspaket, der heißt der Oberflächenbeschichter.

5:19
Locuteur

Der

5:20
Invité

kleinste Teil davon ist das Feuerverzinken. Da haben wir viel Pulver drin, wir haben viel Galvanik, aber fast keine Feuerverzinkung. Und dreijährige Ausbildung,

5:29
Locuteur

da

5:29
Invité

haben wir festgestellt, nach wenigen Jahren, das passt überhaupt nicht zu unserer Branche.

5:34
Locuteur

Haben

5:35
Invité

gemeinsam mit dem Verband dann überlegt, wie können wir eigentlich was aufstellen, um gemeinsam in die Zukunft zu gehen. Und wenn man Qualität liefern will und in die Zukunft gehen will, dann braucht man schon auch Menschen, die von Qualität was verstehen.

5:48
Locuteur

Und

5:49
Invité

so entstand die Fachkraft Feuerverzinken, gemeinsam mit unserem Industrieverband Feuerverzinken. Und das müssen Sie uns mal erklären. Was ist die Fachkraft Feuerverzinken? Wie funktioniert das in der Ausbildung? Ja, es ist sehr spannend und sehr passgenau. Wir haben das auf ein Jahr begrenzt, das Ganze. Und

6:09
Locuteur

alles

6:10
Invité

on the job. Weil wir festgestellt haben, dass wir vor allem in den Jahren 2015, 2016 ja auch junge Flüchtlinge haben, die zu uns nach Deutschland kommen. Wenn die 18 sind, dann müssen die in eine eigene Wohnung und müssen leben von dem Gehalt. Da können die nicht noch nebenher quasi eine Ausbildung machen, wo sie 700, 800 Euro verdienen und davon eine Wohnung finanzieren. Also es ist sehr wichtig, dass diese

6:35
Locuteur

arbeiten, ihr

6:37
Invité

Gehalt verdienen, aber nebenher quasi wie so berufsbegleitend dann eine Ausbildung machen dürfen. Wir stellen die zwei Stunden in der Woche frei. Und weil wir ja so eine kleine Branche sind, bieten sich Schulen einfach nicht an. Und deshalb haben wir das Ganze rein digital gemacht. Die kriegen ein iPad gestellt von uns, treffen sich in ihrer Ausbildungsgruppe über den Industrieverband Feuerverzinken und beraten sich da, werden auch geschult. Und dann gehen sie wieder in ihre Aktivitäten selber. Dann arbeiten sie quasi ihre ganzen Themen ab online. Und das können die machen, so oft sie wollen. Also uns ist wichtig, dass sie es einfach verstehen und sofort in die Praxis übertragen können.

7:24
Locuteur

Und

7:25
Invité

in jedem Werk haben wir einen Paten,

7:27
Locuteur

meistens

7:28
Invité

ist der Werksleiter oder die Werksleiterin,

7:30
Locuteur

die

7:30
Invité

die betreut über dieses Jahr.

7:32
Locuteur

Da

7:32
Invité

können die ihre Fragen stellen, der kontrolliert, ist er denn auch dabei, versteht er es auch. Das ist auch ein Punkt. Wir wollten,

7:40
Locuteur

dass

7:40
Invité

auch Menschen mit Migrationshintergrund sprachlich mitkommen können. Und das bietet sich wirklich hervorragend an, dass wir da so ein Modul gefunden haben, mit dem die reinkommen können. Und es geht hier auch darum, wie

7:55
Locuteur

sozusagen

7:56
Invité

offizialisiere ich eine Ausbildung? Das ist bei Ihnen ja wahrscheinlich noch der Haken. Ich könnte mir auch vorstellen, weil in diesen ganzen Regularien steht, die müssen schon in eine richtige Berufsschule gehen. Aber ich glaube,

8:07
Locuteur

es

8:07
Invité

gibt nur zwei, wo die da rein können bundesweit. Das funktioniert einfach bei allein schon 16 Betrieben der Kopfgruppe wahrscheinlich nicht so richtig.

8:14
Locuteur

Also

8:15
Invité

wir bilden tatsächlich zwei noch im Oberflächenbeschichter aus in Deutschland. Das ist an Werken, da haben wir auch eine Galvanik drin.

8:23
Locuteur

Aber

8:23
Invité

wie Sie sagen, das sind zwei Schulen. Jetzt kommen die jungen Menschen und müssen nach,

8:28
Locuteur

ja

8:29
Invité

das ist in Baden-Württemberg, in Schwäbisch-Gmünd. Das ist nicht der Nabel

8:32
Locuteur

der

8:32
Invité

Welt, muss man dazu sagen. Aber sehr hübsch. Aber sehr hübsch, genau. Aber jetzt kommt da so ein junger Mensch hin und hat dann seinen Blockunterricht. Also wir haben einen zweiten, der ist bei Düsseldorf. Da hatten wir wirklich Probleme mit der IHK. Die sagen, das ist unser Mitarbeiter hier, der muss hier auf die Schule gehen. Aber ihr habt es doch gar nicht im Angebot. Was soll der bei euch, wo soll denn der reinsitzen? Geht nicht. Also da muss man echt darum kämpfen, dass der auf diese Schule gehen kann. Und insofern, Sie haben völlig recht,

9:02
Locuteur

wo

9:03
Invité

ist die Anerkennung?

9:04
Locuteur

Wir

9:04
Invité

haben so eine Einjährige, da sagen die IHK, mindestens zwei Jahre.

9:08
Locuteur

Warum

9:09
Invité

lernen die jetzt keine Geschichte und kein Englisch? Und wo ist der Matheunterricht? Und wir sagen, das brauchen die eigentlich nicht. Für uns ist wichtig, dass die mal die Prozesse, die Theorie hinter den Prozessen, Thema Arbeitssicherheit, das Thema Logistik beherrschen. Und da wollen wir sie ganz dezidiert drauf schulen.

9:27
Locuteur

Und

9:28
Invité

wenn die dann weitermachen möchten, dann können wir einen anderen Weg noch gehen. Aber so zu einer Einstiegsqualifikation. Übrigens auch für Mitarbeiter,

9:36
Locuteur

die

9:37
Invité

gar keinen Schulabschluss haben.

9:38
Locuteur

Da

9:39
Invité

haben wir auch ein gesellschaftspolitisches Thema,

9:42
Locuteur

das

9:42
Invité

wir auch die meinen mitnehmen. Also Integration und gesellschaftspolitischer Beitrag.

9:48
Locuteur

Wir

9:49
Invité

schauen mal, was Theodor Niehaus dazu sagt. Er ist Präsident des Didakta-Verbandes und ich habe ihn vor unserem Gespräch heute mal angerufen, habe mit ihm telefoniert, habe ihn gefragt, was er eigentlich von ihrer Initiative hält. Hören wir doch mal rein.

10:01
Présentateur

Wir können es uns nicht leisten, dass in Deutschland 2,7 Millionen Menschen zwischen 20 und 34 ohne berufliche Qualifikation im Land aktiv sind. Damit belasten wir unsere Sozialsysteme, anstatt hier mehr für die Beschäftigungsfähigkeit zu tun. Deswegen brauchen wir alle Möglichkeiten, auch in der Qualifikationsstufe, nicht gerade mit Universitätsstudium behaftete Leute, in die berufliche Bildung zu bringen. Und da ist die Initiative goldrichtig.

10:28
Invité

Und ich habe ihn gefragt, wie groß er die Erfolgschancen sieht, weil da ja schon ganz dicke Bretter gebohrt werden müssen.

10:34
Présentateur

Das dicke Brett ist deswegen so dick, weil es hier verschiedene Stakeholder gibt, die man an einen Tisch bringen muss. Von Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, etc. Und das ist ein durchaus etwas herausfordernder Prozess. Aber wir sehen an anderen Branchen, die das auch geschafft haben, zweijährige Ausbildungen an den Start zu bringen, da gibt es Chancen. Und deswegen begrüße ich die Initiative von Frau Marien und weiteren sehr. Und das ist eine gute Sache. Also

10:57
Locuteur

er

10:57
Invité

wünscht Ihnen Glück. Ja. Aber er sagt auch, das ist ein langer Weg. Ein Stück des Weges haben Sie ja schon hinter sich gebracht. Wie optimistisch sind Sie denn jetzt noch so im Moment?

11:06
Locuteur

Ich

11:07
Invité

bin unglaublich optimistisch, weil wir hervorheben können, auch in den vielen politischen Gesprächen, die wir zu diesem Thema führen, dass eine große Wertschätzung für diese Menschen wichtig wäre, denen wir hier eine kleine Einstiegsausbildung geben und auch bieten können und die dadurch wirklich Anerkennung kriegen. Und

11:28
Locuteur

das

11:28
Invité

haben die verdient, diese Menschen.

11:30
Locuteur

Es

11:30
Invité

gibt,

11:30
Locuteur

für

11:31
Invité

uns ist es wichtig als Arbeitgeber, auch eine Arbeitgeberattraktivität zu schaffen, aber extrem wichtig eben auch für die jungen Menschen oder für die, ich nenne es jetzt trotzdem mal, Auszubildenden, dass die hier eine Anerkennung bekommen. Wir sind ja immer sehr stolz, auch auf unsere Ausbildungskultur, gelten immer auch bei vielen anderen Ländern oder galten zumindest mal so als Vorbild, wie man das macht. Manchmal habe ich den Eindruck, naja, es ist wie bei vielem. Wir machen es dann besonders gut und besonders intensiv und wir sind aber oft nicht so flexibel unterwegs.

Ist das auch hier an der Stelle vielleicht unser Problem, dass wir in einigen Teilen so ein bisschen flexibler werden müssten?

12:10
Locuteur

Das

12:10
Invité

müssen wir ganz sicherlich flexibler werden. Wir haben ein ganz tolles, durchlässiges Schulsystem. Wir können wechseln, wir können

12:18
Locuteur

von

12:19
Invité

der Hauptschule bis zum Abitur, wir können alles erreichen und auch gute Ausbildungssysteme. Aber auch da müssen wir etwas Dynamik reinbringen und angepasst an den Markt, an die Herausforderungen des Marktes und an die Branchen, die ja wie wir einfach klein sind und auch

12:36
Locuteur

Bestand

12:37
Invité

haben möchten. Wir wollen in die Zukunft gehen, wir wissen, dass wir in die Zukunft gehen, aber da brauchen wir einfach diese Menschen, die mit uns arbeiten, für uns arbeiten und da brauchen wir diese Ausbildungskonzepte. Also wo können wir was flexibler gestalten und wo können wir anpassen und wo können wir trotzdem nicht das große Ganze aus den Augen verlieren?

12:57
Locuteur

Ich

12:57
Invité

habe aber tatsächlich auch gehört, dass es aus dem Bundeswirtschaftsministerium eine Initiative geben soll, die sehr wohl feststellt, dass es so Auswüchse im Markt gibt

13:06
Locuteur

und

13:07
Invité

feststellt,

13:08
Locuteur

dass

13:09
Invité

die doch ihre Berechtigung haben könnten. Und da habe ich jetzt schon Hoffnung, dass wir da in eine Richtung laufen können.

13:16
Locuteur

Und da

13:17
Invité

darf man positiv gestimmt sein, meine ich. Aber es sind dicke Bretter, absolut. Wir hören hier Kolleginnen und Kollegen im Hintergrund so ein bisschen von Radio Hannover. Ich glaube, die denken schon gerade darüber nach, kann ich auch Feuerverzinker werden? Vielleicht müssen wir

13:28
Locuteur

denen noch ein bisschen

13:29
Invité

technisch nachhelfen, weil sie sagen, naja, es ist eben eine speziellere Ausbildung, die sie da auch einfach bieten in diesem einen Jahr. Beim Galvanisierer eben auch nur ein Teil. Was ist denn so speziell, was ein Feuerverzinker können muss, was eben in der Ausbildung nur ein Teilbereich ist und für sie besonders wichtig ist?

13:49
Locuteur

Also

13:49
Invité

für uns ist wichtig, dass die Mitarbeiter den kompletten Prozess beherrschen.

13:54
Locuteur

Da

13:54
Invité

kommt die Ware rein, die muss ich anschauen. Ist die überhaupt verzinkungsgerecht konstruiert? Das ist schon mal das Erste.

14:01
Locuteur

Also

14:01
Invité

wenn wir Hohlkörper haben, die keine Löcher haben, dann gehen die einfach nicht unter nachher im Verzinkungsbad. Beziehungsweise wenn sie zu wenig Löcher haben, dann gehen die zwar unter, aber die Explosionsgefahr ist groß. Und das hat dann was mit Arbeitssicherheit auch zu tun. Also die Warnannahme, da muss einer einfach ein scharfes Auge drauf haben. Dann muss er wissen, wie bringe ich das an die Traverse, wie bestücke ich das, wie bringe ich es weiter durch die Vorbehandlung.

14:29
Locuteur

Da

14:29
Invité

gehören Zeiten in der Vorbehandlung dazu.

14:32
Locuteur

Und

14:32
Invité

dann natürlich das Herzstück der Verzinkungskessel.

14:35
Locuteur

Wie

14:35
Invité

ist der Eintauchprozess, wie ist der Austauchprozess, wie lange muss es im Kessel bleiben. Und dann zum Abrösten. Ja, da gibt es Normen, wie ich ausbessern darf. Die muss der kennen. Ansonsten

14:47
Locuteur

ist

14:47
Invité

er vielleicht munter mit der Flex unterwegs und nimmt das ganze Zink wieder ab, das da mühevoll vorher aufgebracht wurde. Dann haben wir natürlich beim Kunden nachher ein Problem, wenn

14:57
Locuteur

es

14:58
Invité

rostet an Stellen, wo es überhaupt nicht rosten darf.

15:00
Locuteur

Und

15:01
Invité

dann natürlich die Verpackung wieder, die Kommissionierung und die Verpackung auf den Lkw. Auch der muss so bestückt sein, dass an der Straße nicht alles umkippt. Das sind so die Prozesse, die sicherlich nicht ganz so schwierig sind, aber die einer beherrschen muss, um Qualität nachher auf die Baustelle auch auszuliefern. Und

15:23
Locuteur

dass

15:23
Invité

eben

15:24
Locuteur

der

15:24
Invité

Bauherr,

15:25
Locuteur

der

15:26
Invité

dann tolle Geländer

15:28
Locuteur

an

15:28
Invité

seiner schönen Wohnung hat,

15:30
Locuteur

dass

15:30
Invité

der damit

15:30
Locuteur

50

15:32
Invité

Jahre oder mehr zufrieden sein kann. Und unser Auto noch aus dem gesunden Parkhaus fahren kann

15:36
Locuteur

zum Beispiel. So ist es, genau. Dass es nicht

15:38
Invité

einstürzt. Wir fragen unsere Gäste am Ende ja immer, was Sie eigentlich mal als Jugendliche werden wollten. Und als Sie so 16, 17 waren, also vor zwei, drei Jahren, Frau Marien, wenn Sie sich kurz zurückerinnern, was war denn Ihr Traum? Witzig wäre, wenn Sie natürlich sagen, eigentlich wollte ich Literaturwissenschaftlerin werden, jetzt mache ich ihn ziehen können.

15:59
Locuteur

Ich

16:00
Invité

habe tatsächlich überlegt, in Richtung Journalistik zu gehen oder natürlich wahrscheinlich wie alle Frauen eine Schneiderlehre zu machen, um in die Mode zu gehen. Ich habe dann mal, habe dann keinen Ausbildungsberuf als Schneiderin gefunden. Die gab es nämlich zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr so. Das ist ja erst ein paar Jahre her. Und habe dann BWL studiert, um einfach mal gut aufgestellt zu sein. Ja, bin total gern dann irgendwann ins elterliche Unternehmen eingetreten.

16:31
Locuteur

Und

16:31
Invité

ich finde es heute noch faszinierend, am Verzinkungskessel zu stehen,

16:36
Locuteur

wenn

16:37
Invité

das Silberglänzen draus fährt.

16:39
Locuteur

Das

16:40
Invité

ist wunderschön und wir tun wirklich vieles.

16:44
Locuteur

Und

16:44
Invité

ich muss heute sagen, ich bin als Frau in doch einer Männerdomäne unterwegs, was durchaus Vorteile hat.

16:52
Locuteur

Ach,

16:52
Invité

das ist interessant, dass

16:53
Locuteur

Sie sagen.

16:54
Invité

Ich war ja auch eine Zeit lang in der NE-Metallindustrie. Wenn Sie dann so eine Mitgliederversammlung haben, naja, dann treffen Sie halt die drei, vier, fünf Frauen. Nein, die begrüßen immer die Mitgliederversammlung. Sehr geehrte Frau Marvin, sehr geehrte Herren.

17:08
Locuteur

Ja, genau. Aber

17:08
Invité

Sie finden, dass es

17:10
Locuteur

ein Vorteil

17:10
Invité

ist. Ich finde das sehr interessant, dass Sie

17:11
Locuteur

das

17:11
Invité

sagen, weil es ja schon speziell ist in manchen Branchen, die sehr Männerdominiert sind. Und wo man auch überlegen könnte, in den vergangenen Jahren, dass man es auch an vielen Stellen vielleicht schwerer hatte, anerkannt zu werden einfach, weil Sie in diesem sehr männlichen Umfeld sind. Aber das nehmen Sie gar nicht so wahr, interessanterweise.

17:31
Locuteur

Ich

17:32
Invité

stelle eine Entwicklung fest. Ich war in den 90er Jahren

17:34
Locuteur

bei

17:36
Invité

einer Bank

17:37
Locuteur

im

17:37
Invité

Firmenkundengeschäft. Da war ich tatsächlich die einzige Frau. Ich glaube, das ist heute tatsächlich auch noch so dort.

17:43
Locuteur

Da

17:43
Invité

habe ich unglaublich große Ressentiments wahrgenommen. Da hieß es auch, eine Frau im Team zerstört das Klima. Die Bretter waren echt dick da zu bohren. Da hat man schon auch Mentoren gebraucht,

17:57
Locuteur

die keinen

18:00
Invité

Unterschied gemacht haben zwischen Frau und Mann und einfach auf die Kompetenz. Was ich heute antreffe, dass wir, also

18:10
Locuteur

die

18:11
Invité

Haltung gegenüber den Frauen ist deutlich positiver.

18:15
Locuteur

Die

18:15
Invité

Forderungen an die Frauen sind deutlich höher. Also wir müssen sehr kompetent sein in dem, was wir tun.

18:21
Locuteur

Und

18:22
Invité

wenn wir da sind, dann haben wir tatsächlich eine große Anerkennung.

18:27
Locuteur

Aber

18:27
Invité

das ist die Grundvoraussetzung. Das heißt, wenn ich junge Frauen bei mir habe, dann sage ich immer 120 Prozent.

18:34
Locuteur

Der

18:35
Invité

Mann darf sich 80 tatsächlich beim Kunden leisten, aber die Frau braucht die 120. Also eigentlich immer noch eine große Ungerechtigkeit, über die wir reden. Für den Kunden natürlich schön, dass er jemanden

18:45
Locuteur

hat, der 120

18:46
Invité

Prozent gibt. Aber trotzdem wird von einer Frau nach wie vor mehr abverlangt. Von der wird mehr abverlangt. Also eine der größten Technikerinnen ist tatsächlich meine Mutter in dieser Branche, wie ich finde. Und die habe ich erlebt, als ich eine junge Frau war und

19:01
Locuteur

bei

19:02
Invité

uns im Büro ausgerolfen habe. Also da war ich wirklich noch Anfang des Studiums, in den Anfang 20ern.

19:08
Locuteur

Da

19:08
Invité

haben tatsächlich Kunden angeguckt,

19:10
Locuteur

wo

19:11
Invité

ist der zuständige Mann hier für die Technik? Und meine Mutter hätte das alles super beantworten können. Aber die wollten nicht mit ihr darüber reden. Das ist heute besser. Aber die hat angefangen, hier vorzuarbeiten und so einen Weg zu bereiten. Das ist tatsächlich besser. Aber es ist schon noch ein Weg, glaube ich auch. Ich finde ja schon, wie Sie vorher sagen, wenn ich dann Wirtschaftsvereinigung Metalle sitze

19:34
Locuteur

und

19:34
Invité

als einzige Frau begrüßt werde, ich habe große Hoffnung, da kommen noch welche nach. Aber

19:40
Locuteur

eine muss ja

19:41
Invité

mal anfangen. Da arbeitet die Ideenexpo ja dran, junge Frauen auch für MINT-Berufe zu begeistern, damit sie ihrer Mutter sozusagen

19:48
Locuteur

als Vorbild auch

19:48
Invité

nachfolgen und in diesen Beruf gehen. Weil ich glaube, allein zahlenmäßig, ohne die Frauen wird es nicht gehen. Wir brauchen sie ganz, ganz dringend.

19:56
Locuteur

Ich

19:57
Invité

sage herzlichen Dank, Christine Marien, dass Sie den weiten Weg auf sich genommen haben, um heute zu uns nach Hannover zu kommen. Vielen Dank, dass Sie hier waren im Studio. Super gerne. Und ich danke und wünsche gutes Gelingen auf der Ideenexpo, auf der übrigens zwei unserer Studenten mit vor Ort sein werden. Ich werde natürlich beim Stand auf jeden Fall vorbeilaufen mit den ganzen Rundgängen. Ich bin auch schon sehr gespannt darauf. Wir haben heute gesprochen über die Ausbildung zum Feuerverzinker. Christine Marien war bei uns von der Kopfgruppe. Vielen Dank, dass Sie heute hier waren. Alle Ideenexpo-Podcasts sind überall da zu hören, wo es Podcasts gibt.

Zum Beispiel auch der mit Maike Bielfeld. Sie schneidet erst kürzlich hier mit mir im Radiostudio. Und wir sprachen zum Beispiel über die Perspektiven der Generation Z. Also Z wie zuhören. Unbedingt einschalten. Wir hören uns.

20:42
Locuteur

Z wie zuhören.