Christine Marin: Wir brauchen mehr Flexibilität in der Berufsausbildung
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Chapitres
Répartition du ton (temps de parole politique)
Propositif 95 %Attaque 3 %Défensif 2 %
Questions et réponses
Taux de réponse directe : 94 % (directe = 1, partielle = 0,5, éludée = 0)
- 1:26OuverteRéponse directe
Feuerverzinkung, was ist das überhaupt und warum wird das gemacht?
- 2:29OuverteRéponse directe
Wie groß ist denn die Branche in Deutschland?
- 4:52OuverteRéponse directe
Gibt es denn auch so etwas Spezialisiertes für Sie? Haben Sie die Ausbildung Feuerverzinker?
- 5:56OuverteRéponse directe
Was ist die Fachkraft Feuerverzinken? Wie funktioniert das in der Ausbildung?
- 7:59RelanceRéponse partielle
Wo ist die Anerkennung? Warum lernen die keine Geschichte und kein Englisch?
- 11:04OuverteRéponse directe
Wie optimistisch sind Sie denn jetzt noch so im Moment?
Affirmations vérifiables (citations exactes)
- 2:41InvitéChiffre
« In der Branche arbeiten etwas mehr als 5000 Mitarbeitern und wir haben etwa knapp 150 Unternehmen in Deutschland. »
- 3:39InvitéChiffre
« 19.000 Schrauben sind in einem Windrad drin. »
- 4:20InvitéChiffre
« Wir beschäftigen 3.000 Mitarbeitern international. Und in Deutschland betreiben wir 16 Standorte. »
- 6:10InvitéFait
« Wir haben das auf ein Jahr begrenzt, das Ganze. Und alles on the job. »
- 10:01PrésentateurChiffre
« Wir können es uns nicht leisten, dass in Deutschland 2,7 Millionen Menschen zwischen 20 und 34 ohne berufliche Qualifikation im Land aktiv sind. »
- 13:49InvitéFait
« Für uns ist wichtig, dass die Mitarbeiter den kompletten Prozess beherrschen. »
Temps de parole
- Invité61 %
- Invité 228 %
- ?5 %
- Présentateur5 %
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Pour nous est important, que les Français ont le complet processus. Il y a des normes que je dois le
faire,
il faut que je
dois
reconnaître. Sont-ils sont-ils
peut
-être munter avec le Flex et ne prend le tout le zinck de l
'air,
que le mûl vôtre a pris, alors on
a
l'air
du
l'air
du
l
'air. Et après le client
a un problème. Cours de
l'air
d'inclos
à la fin
ici au Ideen Expo. Aujourd'hui c'est Christine Marien.
Elle
est le
chef
de
l
'air de l'OpF-Gruppe. Et nous parlons avec une une étude en cours
de l
'économie, la l'économie,
la l'économie,
la l'économie. L'économie, c'est-à
-dire
que nous avons encore une économie. Nous avons
besoin
d
'économie pour
une économie, parce qu
'elle
peut faire des économies en cours de
l
'économie. Pour une
économie, il
peut aussi beaucoup d'économie, qui
peut faire un économie pour un économie.
C
'est
-à
-dire
que
le président
du Didacta-Soupier.
Nous ne pouvons pas le permettre de l'économie,
que 2
,7 Mio. de l'économie, qui sont entre 20 et 34, qui ne sont pas de qualifiant, qui
sont en
place
dans le
pays, Et
donc bohren Christine Marien et l'Industrieverband Feuerverzinken gerade dix bretter. Wie sie das machen, das hören wir jetzt. Mein Name ist Martin Brüning und hier startet der Ideen Expo Podcast Nr. 18. Wir sind im Studio B von Radio Hannover und bei uns zu Gast ist heute Christine Marien.
Sie
ist Geschäftsführerin der Kopfgruppe und da wird Feuer verzinkt. Herzlich willkommen. Sehr gerne. Ich freue mich, dass ich hier sein darf. Wir müssen als erstes jetzt mal klären, Frau Marien, Feuerverzinkung, was ist das überhaupt und warum wird das gemacht? Feuerverzinkung ist ganz wichtig, weil wenn Stahl
an
die Luft kommt, dann rostet der und Feuerverzinkung schützt den Stahl vor Rost und macht ihn unendlich lange haltbar. Gibt es so Beispiele, wo Sie sagen können, du hast Teile in der Hand, die sind feuerverzinkt, aber du weißt es gar nicht?
Ich
glaube, dass jeder jeden Tag an feuerverzinkten Teile vorbeiführt, ohne das wirklich zu merken. Das ist das Parkhaus, in dem wir gerade waren. Da hat es ganz sicher Stahlträger drin, die feuerverzinkt sind. Geländer hat dort auch feuerverzinkt.
Die
Laterne draußen, die nachts den Weg leuchtet, die ist feuerverzinkt.
Und ja, es
gibt ganz viele Teile, von klein bis groß, von Schrauben bis große Träger,
die
tatsächlich feuerverzinkt sind. Da sind wir sehr dankbar, gerade beim Parkhaus, dann können wir auch wieder rausfahren. Ja,
genau. Und es steht ewig, also das
verändert zusammen. Das ist für unser Auto sehr gut. Jetzt lassen Sie uns mal kurz nochmal auf die Branche gucken. Der Industrieverband Feuerverzinken fasst da ja auch ganz viele Unternehmen zusammen, ist dabei bei der Ideen Expo, worüber wir uns sehr freuen. Wie groß ist denn die Branche in Deutschland?
In
der Branche arbeiten etwas mehr als 5000 Mitarbeitern und wir haben etwa knapp 150 Unternehmen in Deutschland.
Das ist nicht so
groß, aber trotzdem sehr wirtschaftsstark und eigentlich auch ein starker Arbeitgeber. Manchmal aber so ein bisschen unterm Radar wahrscheinlich, weil die Kopfzahl dann auf einmal eine Rolle spielt. Genau. Wir sind klein und eine kleine Branche und laufen wirklich völlig unterm Radar in verschiedenen Dingen. Deshalb versuchen wir da sehr aktiv zu sein, um auf uns aufmerksam zu machen. Wir sind eine wichtige Branche, eine nachhaltige Branche. Schon allein, das Sink ist nachhaltig
an
sich. Wir tragen dazu bei, die ganze Transformationsprozess, dass die Schrauben für die Windräder, raten Sie mal, wie viele Schrauben
vollverzinkt in
einem Windrad stecken. Also vier stelle ich auf jeden Fall, würde ich sagen.
Ach,
mindestens, ne?
Legen
wir noch eins
drauf. Oh, noch eins drauf. Ach, echt? 20
.000? Ganz super. 19.000 Schrauben sind in einem Windrad drin.
Das
ist echt viel. Und das heißt, zum Windräder bauen braucht man diese Industrie.
Und
am besten, wir haben sie doch vor Ort und wir kaufen die ganzen Produkte nicht von irgendwoher ein. Und
deshalb
auch die Arbeitsplätze an diesen Stellen. Ja. Und Sie sind auch wirklich bundesweit tätig, muss man auch einfach mal sagen. Sie sind zu uns gefahren nach Baden-Württemberg, haben aber auch ein Werk in Braunschweig. Ich war schon mal in einer Verzinkerei in NRW. Das heißt, es gibt in Deutschland, auch wenn es in der Kopfzahl oft nicht so große Betriebe sind, aber Sie sind auch schon viel verteilt in doch mehreren Bundesländern einfach auch.
Also
wir aus der Kopfgruppe, wir sind international an 50 Standorten. Wir beschäftigen 3.000 Mitarbeitern international.
Und
in Deutschland betreiben wir 16 Standorte. Warum eigentlich so viele Standorte? Weil wir sehr regional tätig sind. Also die Kunden sind vor Ort. Die bringen das vorher verzinkte Material oder wir holen das.
Wir
verzinken das und liefern es wieder auf die Baustelle. Wir sind reine Dienstleister.
Wir
sind die Letzten, bevor es dann verbaut wird. Und das sind die Transporte, lohnen sich nicht allzu weit zu fahren.
Hat
ja auch aus CO2-Gründen absolut seine Berechtigung.
Absolut.
Wir wollen ja heute ein bisschen über das Thema Ausbildung sprechen.
Da
fragt man sich dann jetzt ganz schnell, wenn ich eine sehr spezialisierte Branche habe und das Thema Ausbildung betrachte, gibt es denn auch so etwas Spezialisiertes für Sie? Haben Sie die Ausbildung Feuerverzinker, wo ein Mitarbeitender am Ende in Ihrem Unternehmen anfangen kann? Ja, wir haben ja gerade schon festgestellt, das ist eine ganz kleine Branche. Und da tun wir uns sehr schwer. Es gab dann so ein Kombiberufspaket, der heißt der Oberflächenbeschichter.
Der
kleinste Teil davon ist das Feuerverzinken. Da haben wir viel Pulver drin, wir haben viel Galvanik, aber fast keine Feuerverzinkung. Und dreijährige Ausbildung,
da
haben wir festgestellt, nach wenigen Jahren, das passt überhaupt nicht zu unserer Branche.
Haben
gemeinsam mit dem Verband dann überlegt, wie können wir eigentlich was aufstellen, um gemeinsam in die Zukunft zu gehen. Und wenn man Qualität liefern will und in die Zukunft gehen will, dann braucht man schon auch Menschen, die von Qualität was verstehen.
Und
so entstand die Fachkraft Feuerverzinken, gemeinsam mit unserem Industrieverband Feuerverzinken. Und das müssen Sie uns mal erklären. Was ist die Fachkraft Feuerverzinken? Wie funktioniert das in der Ausbildung? Ja, es ist sehr spannend und sehr passgenau. Wir haben das auf ein Jahr begrenzt, das Ganze. Und
alles
on the job. Weil wir festgestellt haben, dass wir vor allem in den Jahren 2015, 2016 ja auch junge Flüchtlinge haben, die zu uns nach Deutschland kommen. Wenn die 18 sind, dann müssen die in eine eigene Wohnung und müssen leben von dem Gehalt. Da können die nicht noch nebenher quasi eine Ausbildung machen, wo sie 700, 800 Euro verdienen und davon eine Wohnung finanzieren. Also es ist sehr wichtig, dass diese
arbeiten, ihr
Gehalt verdienen, aber nebenher quasi wie so berufsbegleitend dann eine Ausbildung machen dürfen. Wir stellen die zwei Stunden in der Woche frei. Und weil wir ja so eine kleine Branche sind, bieten sich Schulen einfach nicht an. Und deshalb haben wir das Ganze rein digital gemacht. Die kriegen ein iPad gestellt von uns, treffen sich in ihrer Ausbildungsgruppe über den Industrieverband Feuerverzinken und beraten sich da, werden auch geschult. Und dann gehen sie wieder in ihre Aktivitäten selber. Dann arbeiten sie quasi ihre ganzen Themen ab online. Und das können die machen, so oft sie wollen. Also uns ist wichtig, dass sie es einfach verstehen und sofort in die Praxis übertragen können.
Und
in jedem Werk haben wir einen Paten,
meistens
ist der Werksleiter oder die Werksleiterin,
die
die betreut über dieses Jahr.
Da
können die ihre Fragen stellen, der kontrolliert, ist er denn auch dabei, versteht er es auch. Das ist auch ein Punkt. Wir wollten,
dass
auch Menschen mit Migrationshintergrund sprachlich mitkommen können. Und das bietet sich wirklich hervorragend an, dass wir da so ein Modul gefunden haben, mit dem die reinkommen können. Und es geht hier auch darum, wie
sozusagen
offizialisiere ich eine Ausbildung? Das ist bei Ihnen ja wahrscheinlich noch der Haken. Ich könnte mir auch vorstellen, weil in diesen ganzen Regularien steht, die müssen schon in eine richtige Berufsschule gehen. Aber ich glaube,
es
gibt nur zwei, wo die da rein können bundesweit. Das funktioniert einfach bei allein schon 16 Betrieben der Kopfgruppe wahrscheinlich nicht so richtig.
Also
wir bilden tatsächlich zwei noch im Oberflächenbeschichter aus in Deutschland. Das ist an Werken, da haben wir auch eine Galvanik drin.
Aber
wie Sie sagen, das sind zwei Schulen. Jetzt kommen die jungen Menschen und müssen nach,
ja
das ist in Baden-Württemberg, in Schwäbisch-Gmünd. Das ist nicht der Nabel
der
Welt, muss man dazu sagen. Aber sehr hübsch. Aber sehr hübsch, genau. Aber jetzt kommt da so ein junger Mensch hin und hat dann seinen Blockunterricht. Also wir haben einen zweiten, der ist bei Düsseldorf. Da hatten wir wirklich Probleme mit der IHK. Die sagen, das ist unser Mitarbeiter hier, der muss hier auf die Schule gehen. Aber ihr habt es doch gar nicht im Angebot. Was soll der bei euch, wo soll denn der reinsitzen? Geht nicht. Also da muss man echt darum kämpfen, dass der auf diese Schule gehen kann. Und insofern, Sie haben völlig recht,
wo
ist die Anerkennung?
Wir
haben so eine Einjährige, da sagen die IHK, mindestens zwei Jahre.
Warum
lernen die jetzt keine Geschichte und kein Englisch? Und wo ist der Matheunterricht? Und wir sagen, das brauchen die eigentlich nicht. Für uns ist wichtig, dass die mal die Prozesse, die Theorie hinter den Prozessen, Thema Arbeitssicherheit, das Thema Logistik beherrschen. Und da wollen wir sie ganz dezidiert drauf schulen.
Und
wenn die dann weitermachen möchten, dann können wir einen anderen Weg noch gehen. Aber so zu einer Einstiegsqualifikation. Übrigens auch für Mitarbeiter,
die
gar keinen Schulabschluss haben.
Da
haben wir auch ein gesellschaftspolitisches Thema,
das
wir auch die meinen mitnehmen. Also Integration und gesellschaftspolitischer Beitrag.
Wir
schauen mal, was Theodor Niehaus dazu sagt. Er ist Präsident des Didakta-Verbandes und ich habe ihn vor unserem Gespräch heute mal angerufen, habe mit ihm telefoniert, habe ihn gefragt, was er eigentlich von ihrer Initiative hält. Hören wir doch mal rein.
Wir können es uns nicht leisten, dass in Deutschland 2,7 Millionen Menschen zwischen 20 und 34 ohne berufliche Qualifikation im Land aktiv sind. Damit belasten wir unsere Sozialsysteme, anstatt hier mehr für die Beschäftigungsfähigkeit zu tun. Deswegen brauchen wir alle Möglichkeiten, auch in der Qualifikationsstufe, nicht gerade mit Universitätsstudium behaftete Leute, in die berufliche Bildung zu bringen. Und da ist die Initiative goldrichtig.
Und ich habe ihn gefragt, wie groß er die Erfolgschancen sieht, weil da ja schon ganz dicke Bretter gebohrt werden müssen.
Das dicke Brett ist deswegen so dick, weil es hier verschiedene Stakeholder gibt, die man an einen Tisch bringen muss. Von Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, etc. Und das ist ein durchaus etwas herausfordernder Prozess. Aber wir sehen an anderen Branchen, die das auch geschafft haben, zweijährige Ausbildungen an den Start zu bringen, da gibt es Chancen. Und deswegen begrüße ich die Initiative von Frau Marien und weiteren sehr. Und das ist eine gute Sache. Also
er
wünscht Ihnen Glück. Ja. Aber er sagt auch, das ist ein langer Weg. Ein Stück des Weges haben Sie ja schon hinter sich gebracht. Wie optimistisch sind Sie denn jetzt noch so im Moment?
Ich
bin unglaublich optimistisch, weil wir hervorheben können, auch in den vielen politischen Gesprächen, die wir zu diesem Thema führen, dass eine große Wertschätzung für diese Menschen wichtig wäre, denen wir hier eine kleine Einstiegsausbildung geben und auch bieten können und die dadurch wirklich Anerkennung kriegen. Und
das
haben die verdient, diese Menschen.
Es
gibt,
für
uns ist es wichtig als Arbeitgeber, auch eine Arbeitgeberattraktivität zu schaffen, aber extrem wichtig eben auch für die jungen Menschen oder für die, ich nenne es jetzt trotzdem mal, Auszubildenden, dass die hier eine Anerkennung bekommen. Wir sind ja immer sehr stolz, auch auf unsere Ausbildungskultur, gelten immer auch bei vielen anderen Ländern oder galten zumindest mal so als Vorbild, wie man das macht. Manchmal habe ich den Eindruck, naja, es ist wie bei vielem. Wir machen es dann besonders gut und besonders intensiv und wir sind aber oft nicht so flexibel unterwegs.
Ist das auch hier an der Stelle vielleicht unser Problem, dass wir in einigen Teilen so ein bisschen flexibler werden müssten?
Das
müssen wir ganz sicherlich flexibler werden. Wir haben ein ganz tolles, durchlässiges Schulsystem. Wir können wechseln, wir können
von
der Hauptschule bis zum Abitur, wir können alles erreichen und auch gute Ausbildungssysteme. Aber auch da müssen wir etwas Dynamik reinbringen und angepasst an den Markt, an die Herausforderungen des Marktes und an die Branchen, die ja wie wir einfach klein sind und auch
Bestand
haben möchten. Wir wollen in die Zukunft gehen, wir wissen, dass wir in die Zukunft gehen, aber da brauchen wir einfach diese Menschen, die mit uns arbeiten, für uns arbeiten und da brauchen wir diese Ausbildungskonzepte. Also wo können wir was flexibler gestalten und wo können wir anpassen und wo können wir trotzdem nicht das große Ganze aus den Augen verlieren?
Ich
habe aber tatsächlich auch gehört, dass es aus dem Bundeswirtschaftsministerium eine Initiative geben soll, die sehr wohl feststellt, dass es so Auswüchse im Markt gibt
und
feststellt,
dass
die doch ihre Berechtigung haben könnten. Und da habe ich jetzt schon Hoffnung, dass wir da in eine Richtung laufen können.
Und da
darf man positiv gestimmt sein, meine ich. Aber es sind dicke Bretter, absolut. Wir hören hier Kolleginnen und Kollegen im Hintergrund so ein bisschen von Radio Hannover. Ich glaube, die denken schon gerade darüber nach, kann ich auch Feuerverzinker werden? Vielleicht müssen wir
denen noch ein bisschen
technisch nachhelfen, weil sie sagen, naja, es ist eben eine speziellere Ausbildung, die sie da auch einfach bieten in diesem einen Jahr. Beim Galvanisierer eben auch nur ein Teil. Was ist denn so speziell, was ein Feuerverzinker können muss, was eben in der Ausbildung nur ein Teilbereich ist und für sie besonders wichtig ist?
Also
für uns ist wichtig, dass die Mitarbeiter den kompletten Prozess beherrschen.
Da
kommt die Ware rein, die muss ich anschauen. Ist die überhaupt verzinkungsgerecht konstruiert? Das ist schon mal das Erste.
Also
wenn wir Hohlkörper haben, die keine Löcher haben, dann gehen die einfach nicht unter nachher im Verzinkungsbad. Beziehungsweise wenn sie zu wenig Löcher haben, dann gehen die zwar unter, aber die Explosionsgefahr ist groß. Und das hat dann was mit Arbeitssicherheit auch zu tun. Also die Warnannahme, da muss einer einfach ein scharfes Auge drauf haben. Dann muss er wissen, wie bringe ich das an die Traverse, wie bestücke ich das, wie bringe ich es weiter durch die Vorbehandlung.
Da
gehören Zeiten in der Vorbehandlung dazu.
Und
dann natürlich das Herzstück der Verzinkungskessel.
Wie
ist der Eintauchprozess, wie ist der Austauchprozess, wie lange muss es im Kessel bleiben. Und dann zum Abrösten. Ja, da gibt es Normen, wie ich ausbessern darf. Die muss der kennen. Ansonsten
ist
er vielleicht munter mit der Flex unterwegs und nimmt das ganze Zink wieder ab, das da mühevoll vorher aufgebracht wurde. Dann haben wir natürlich beim Kunden nachher ein Problem, wenn
es
rostet an Stellen, wo es überhaupt nicht rosten darf.
Und
dann natürlich die Verpackung wieder, die Kommissionierung und die Verpackung auf den Lkw. Auch der muss so bestückt sein, dass an der Straße nicht alles umkippt. Das sind so die Prozesse, die sicherlich nicht ganz so schwierig sind, aber die einer beherrschen muss, um Qualität nachher auf die Baustelle auch auszuliefern. Und
dass
eben
der
Bauherr,
der
dann tolle Geländer
an
seiner schönen Wohnung hat,
dass
der damit
50
Jahre oder mehr zufrieden sein kann. Und unser Auto noch aus dem gesunden Parkhaus fahren kann
zum Beispiel. So ist es, genau. Dass es nicht
einstürzt. Wir fragen unsere Gäste am Ende ja immer, was Sie eigentlich mal als Jugendliche werden wollten. Und als Sie so 16, 17 waren, also vor zwei, drei Jahren, Frau Marien, wenn Sie sich kurz zurückerinnern, was war denn Ihr Traum? Witzig wäre, wenn Sie natürlich sagen, eigentlich wollte ich Literaturwissenschaftlerin werden, jetzt mache ich ihn ziehen können.
Ich
habe tatsächlich überlegt, in Richtung Journalistik zu gehen oder natürlich wahrscheinlich wie alle Frauen eine Schneiderlehre zu machen, um in die Mode zu gehen. Ich habe dann mal, habe dann keinen Ausbildungsberuf als Schneiderin gefunden. Die gab es nämlich zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr so. Das ist ja erst ein paar Jahre her. Und habe dann BWL studiert, um einfach mal gut aufgestellt zu sein. Ja, bin total gern dann irgendwann ins elterliche Unternehmen eingetreten.
Und
ich finde es heute noch faszinierend, am Verzinkungskessel zu stehen,
wenn
das Silberglänzen draus fährt.
Das
ist wunderschön und wir tun wirklich vieles.
Und
ich muss heute sagen, ich bin als Frau in doch einer Männerdomäne unterwegs, was durchaus Vorteile hat.
Ach,
das ist interessant, dass
Sie sagen.
Ich war ja auch eine Zeit lang in der NE-Metallindustrie. Wenn Sie dann so eine Mitgliederversammlung haben, naja, dann treffen Sie halt die drei, vier, fünf Frauen. Nein, die begrüßen immer die Mitgliederversammlung. Sehr geehrte Frau Marvin, sehr geehrte Herren.
Ja, genau. Aber
Sie finden, dass es
ein Vorteil
ist. Ich finde das sehr interessant, dass Sie
das
sagen, weil es ja schon speziell ist in manchen Branchen, die sehr Männerdominiert sind. Und wo man auch überlegen könnte, in den vergangenen Jahren, dass man es auch an vielen Stellen vielleicht schwerer hatte, anerkannt zu werden einfach, weil Sie in diesem sehr männlichen Umfeld sind. Aber das nehmen Sie gar nicht so wahr, interessanterweise.
Ich
stelle eine Entwicklung fest. Ich war in den 90er Jahren
bei
einer Bank
im
Firmenkundengeschäft. Da war ich tatsächlich die einzige Frau. Ich glaube, das ist heute tatsächlich auch noch so dort.
Da
habe ich unglaublich große Ressentiments wahrgenommen. Da hieß es auch, eine Frau im Team zerstört das Klima. Die Bretter waren echt dick da zu bohren. Da hat man schon auch Mentoren gebraucht,
die keinen
Unterschied gemacht haben zwischen Frau und Mann und einfach auf die Kompetenz. Was ich heute antreffe, dass wir, also
die
Haltung gegenüber den Frauen ist deutlich positiver.
Die
Forderungen an die Frauen sind deutlich höher. Also wir müssen sehr kompetent sein in dem, was wir tun.
Und
wenn wir da sind, dann haben wir tatsächlich eine große Anerkennung.
Aber
das ist die Grundvoraussetzung. Das heißt, wenn ich junge Frauen bei mir habe, dann sage ich immer 120 Prozent.
Der
Mann darf sich 80 tatsächlich beim Kunden leisten, aber die Frau braucht die 120. Also eigentlich immer noch eine große Ungerechtigkeit, über die wir reden. Für den Kunden natürlich schön, dass er jemanden
hat, der 120
Prozent gibt. Aber trotzdem wird von einer Frau nach wie vor mehr abverlangt. Von der wird mehr abverlangt. Also eine der größten Technikerinnen ist tatsächlich meine Mutter in dieser Branche, wie ich finde. Und die habe ich erlebt, als ich eine junge Frau war und
bei
uns im Büro ausgerolfen habe. Also da war ich wirklich noch Anfang des Studiums, in den Anfang 20ern.
Da
haben tatsächlich Kunden angeguckt,
wo
ist der zuständige Mann hier für die Technik? Und meine Mutter hätte das alles super beantworten können. Aber die wollten nicht mit ihr darüber reden. Das ist heute besser. Aber die hat angefangen, hier vorzuarbeiten und so einen Weg zu bereiten. Das ist tatsächlich besser. Aber es ist schon noch ein Weg, glaube ich auch. Ich finde ja schon, wie Sie vorher sagen, wenn ich dann Wirtschaftsvereinigung Metalle sitze
und
als einzige Frau begrüßt werde, ich habe große Hoffnung, da kommen noch welche nach. Aber
eine muss ja
mal anfangen. Da arbeitet die Ideenexpo ja dran, junge Frauen auch für MINT-Berufe zu begeistern, damit sie ihrer Mutter sozusagen
als Vorbild auch
nachfolgen und in diesen Beruf gehen. Weil ich glaube, allein zahlenmäßig, ohne die Frauen wird es nicht gehen. Wir brauchen sie ganz, ganz dringend.
Ich
sage herzlichen Dank, Christine Marien, dass Sie den weiten Weg auf sich genommen haben, um heute zu uns nach Hannover zu kommen. Vielen Dank, dass Sie hier waren im Studio. Super gerne. Und ich danke und wünsche gutes Gelingen auf der Ideenexpo, auf der übrigens zwei unserer Studenten mit vor Ort sein werden. Ich werde natürlich beim Stand auf jeden Fall vorbeilaufen mit den ganzen Rundgängen. Ich bin auch schon sehr gespannt darauf. Wir haben heute gesprochen über die Ausbildung zum Feuerverzinker. Christine Marien war bei uns von der Kopfgruppe. Vielen Dank, dass Sie heute hier waren. Alle Ideenexpo-Podcasts sind überall da zu hören, wo es Podcasts gibt.
Zum Beispiel auch der mit Maike Bielfeld. Sie schneidet erst kürzlich hier mit mir im Radiostudio. Und wir sprachen zum Beispiel über die Perspektiven der Generation Z. Also Z wie zuhören. Unbedingt einschalten. Wir hören uns.
Z wie zuhören.